Blower-Door Messung

Mit dem Differenzdruck-Messverfahren (Blower-Door-Messung) wird die Luftdichtheit eines Gebäudes gemessen. Das Verfahren dient dazu, Leckagen (undichte Stellen) in der Gebäudehülle aufzuspüren und die Luftwechselrate (Die Luftwechselrate n in der Einheit [1/h] ist eine Zahl welche angibt, wie oft das Raumvolumen/Gebäudevolumen in einer Stunde ausgetauscht wird. Sie spielt in der Lüftung von Gebäuden eine Rolle. Beispiel: n = 15 /h: Das 15fache Raum-/Gebäudevolumen wird in einer Stunde ausgetauscht.

In der Energieeinsparverordnung (EnEV) ist diese Luftwechselrate geregelt. Bei Gebäuden ohne Lüftungsanlage darf der Wert n=3/h und mit Lüftungsanlage der Wert n= 1,5/h nicht überschritten werden.

Dieses Messverfahren ist in der DIN EN 13829 genormt. Es gibt zwei Messverfahren:

  • A Prüfung des Gebäudes im Nutzungszustand
  • B Prüfung der Gebäudehülle (während Bauphase)

Der Blower-Door-Test gliedert sich in drei Phasen:

  • In der ersten Phase wird ein konstanter Unterdruck von 50 Pa (Pascal) aufrechterhalten. Während dieser Phase wird die Gebäudehüllfläche nach Leckagen (undichte Stellen) abgesucht, wo Luft unerwünscht hereinströmt. Durch diese Stellen kann die Heizwärme entweichen. Grössere Fehlstellen lassen sich bereits mit der Hand erfühlen, für kleinere benutzt man Rauchspender (Rauchmaschinen) oder Luftgeschwindigkeitsmesser.
  • In der zweiten Phase wird ein Unterdruck aufgebaut, wobei bei kleinen Drücken von 10 bis 30 Pa begonnen und schrittweise, z.B. 5 bis 10 Pa, bis auf einen Enddruck von 60 bis 100 Pa erhöht wird. Bei jedem Schritt wird der jeweilige Luftvolumenstrom protokoliert.
  • In der dritten Phase wird ein Überdruck erzeugt und die Messung wird analog zur Unterdruckmessung durchgeführt.
    Aus den gesamten Daten und dem Luftvolumen des Gebäudes wird der Drucktestkennwert n50 errechnet. Dieser gibt an, wie hoch die verbleibende Restleckage, bei einem Referenzdruck von 50 Pa, noch ist.

Ein Gebäude muss gelüftet werden (z.B. zur Feuchtigkeitsabfuhr), aber nur über die vorgesehenen Lüftungsmöglichkeiten. Strömt Raumluft (die immer feucht ist) durch Mängel am Gebäude (ungewollte Fugen, Schlitze usw.) ins Freie, sind fast immer Bauschäden (Schimmel usw.) vorprogrammiert. Ausserdem geht dadurch eine Menge Heizenergie verloren.

Strömt z.B. feuchte Raumluft durch Mineralwolle, so kann es zum Tauwasserausfall kommen: Entsprechend der Funktion der Mineralwolle zur Wärmedämmung ist eine Seite der Mineralwolle „warm“ (und zwar die, die dem Raum zugewandt ist) und die andere ist im Winter „kalt“. Kommt die Raumluft in den kalten Bereich, wird die Luft stark gekühlt, was Tauwasserausfall zur Folge hat. Somit ist mit Bauschäden zu rechnen. Die einzige Vermeidungsmöglichkeit ist eine sorgfältig luftdichte Ausführung der Konstruktion auf der warmen Seite.

Hier finden Sie Ihren
EnergieHaus-Partner!